Ein Jahr nach dem Erdbeben in Marokko
Vor einem Jahr wurde Marokko von einem schweren Erdbeben heimgesucht. Am stärksten getroffen wurde die Region Al Haouz südwestlich von Marrakesch. Über 3’000 Menschen sind gestorben, 5’000 weitere wurden verletzt. Besonders Kinder und Jugendliche wurden durch die Naturkatastrophe traumatisiert. Zahlreiche Häuser, Schulen, Krankenhäuser, Tourismus- und Landwirtschaftsprojekte und historische Stätten wurden zerstört.
Gemeinsam mit vier lokalen Partnerorganisationen unterstützte Frieda in einer ersten Phase die lokale Zivilbevölkerung. Durch das langjährige Engagement der Partnerorganisationen vor Ort konnten sie sich schnell mit den Frauen, Jugendlichen und Kindern in der Erdbebenregion über ihre Bedürfnisse austauschen. Es wurde klar, dass nicht nur materielle Nothilfe wie Nahrungsmittel, Trinkwasser, Kleidung oder Hygieneartikel benötigt wurden, sondern auch medizinische, psychologische und psychosoziale Unterstützung.
Fokus Schulbildung für Mädchen
Zudem wurde schnell klar, wie wichtig es ist, auf die Bedeutung der Schulbildung für Mädchen und das Problem geschlechtsspezifischer Gewalt aufmerksam zu machen. Gerade in Krisenzeiten wird Schulbildung für Mädchen oft als weniger wichtig angesehen. Denn aus wirtschaftlicher Not werden viele Kinder und Jugendliche zum Arbeiten geschickt.

Schülerinnen aus Takayout beschreiben, wie sie die Aktivitäten erlebt haben:
«Das Projekt Tadamoun hat uns nach dem Erdbeben dabei geholfen, wieder Freude am Leben zu entwickeln und den Weg zurück in die Schule zu finden. Wir hatten Französisch- und Englischunterricht, Nachhilfeangebote und psychologischen Unterstützung. Wir konnten unsere künstlerischen Fähigkeiten bei ausserschulischen Aktivitäten auf dem Timinkar-Plateau weiterentwickeln. Wir gründeten Lese-, Zeichen-, Theater- und Sportclubs und sogar einen Schreibclub, in dem wir mithilfe unserer Mütter Märchen aus unserem Amazigh-Erbe schreiben konnten.»
Einen Einblick zu den Aktivitäten mit Kindern und Jugendlichen auf der Timenkar-Hochebene erhalten Sie im Video der Partnerorganisation Open Village:
Weiterhin solidarisch – zweite Projektphase
Auch ein Jahr nach dem Erdbeben ist das Leben der betroffenen Gemeinschaften immer noch stark beeinträchtigt: Schulunterricht findet noch immer nicht überall statt. Das Risiko von Schulabbrüchen ist deshalb nicht nur aus wirtschaftlicher Not besonders gross. Viele emotionale und psychische Traumata, die durch das Erdbeben verursacht wurden, beeinträchtigen den Alltag der Gemeinschaften weiterhin. Der staatlich unterstützte Wiederaufbau von Gebäuden geht schleppend voran.
Seit September 2024 läuft die zweite Phase des Projekts «Tadamoun AlHaouz – Solidarität». Damit können Frieda und die Partnerorganisationen die Arbeit mit den betroffenen Gemeinschaften fortsetzen.
Unterstützen Sie die Betroffenen im Erdbebengebiet mit einer Spende.